{"id":2310,"date":"2026-04-12T16:30:10","date_gmt":"2026-04-12T14:30:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.heninger.law\/?p=2310"},"modified":"2026-04-14T12:25:15","modified_gmt":"2026-04-14T10:25:15","slug":"arbeitsrecht-all-in-gehalt-und-elternteilzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heninger.law\/en\/blog\/arbeitsrecht-all-in-gehalt-und-elternteilzeit\/","title":{"rendered":"Arbeitsrecht: All-In-Gehalt und Elternteilzeit"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Sachverhalt<\/strong><\/h3>\n<p>Die Kl\u00e4gerin war auf Basis eines Dienstvertrages aus dem Jahr 2011 im Betrieb der beklagten Partei besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Dieser Dienstvertrag enthielt folgende Regelung :<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eMit dem erw\u00e4hnten Gehalt gelten alle im Monat erbrachten Mehr- und \u00dcberstunden als finanziell abgegolten\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Konkrete Angaben zum Grundgehalt oder die Anzahl der pauschal abgegoltenen Mehr- und \u00dcberstunden enthielt der Dienstvertrag jedoch nicht. Die Kl\u00e4gerin leistete, vor ihrer Elternteilzeit, durchschnittlich zwischen 5 und 17 Mehr- bzw \u00dcberstunden pro Monat.<\/p>\n<p>Die beklagte Partei brachte vom vereinbarten All-In-Gehalt einen Mehr- und \u00dcberstundenanteil f\u00fcr 16,5 Stunden (Durchschnitt der beiden letzten Kalenderjahre vor der Elternkarenz) in Abzug und errechnete aus dem so ermittelten \u201eGrundgehalt\u201c das Entgelt f\u00fcr die Elternteilzeit.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin begehrte die Feststellung, dass die Beklagte w\u00e4hrend der Elternteilzeit das (vereinbarte) monatliche All-In-Gehalt &#8211; aliquot reduziert entsprechend der Wochenstundenanzahl &#8211; zu zahlen habe. Ferner forderte die Kl\u00e4gerin die Zahlung der Differenz, die sich zwischen bezahltem Entgelt und dem (auf Basis des vollen) All-In-Gehalts ergeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Das\u00a0<strong>Erstgericht\u00a0<\/strong>gab der Klage teilweise statt, das\u00a0<strong>Berufungsgericht\u00a0<\/strong>gab der Berufung (und dem Klagebegehren) zur G\u00e4nze statt.<\/p>\n<h3><strong>Rechtliche Beurteilung durch den OGH<\/strong><\/h3>\n<p>Der Oberste Gerichtshof (OGH) gab der Revision der beklagten Partei nicht Folge.<\/p>\n<p>Der OGH hielt fest, dass auf Grund des Zeitpunkts des Vertragsabschlusses \u00a7 2g AVRAG (Entgelt bei Pauschalentgeltvereinbarungen) keine Anwendung findet.<\/p>\n<p>Ebenso muss im Rahmen eines All-In-Gehalt vereinbart wurden, welcher Teil f\u00fcr die normale Arbeitszeit und welcher f\u00fcr Mehr- oder \u00dcberstunden ber\u00fccksichtigt werden. Wenn der Vertrag diesbez\u00fcglich keine Angaben beinhaltet, kann der Arbeitgeber den \u00dcberstundenanteil nicht sp\u00e4ter berechnen und\/oder sch\u00e4tzen. Dies ebenso wenig anhand eines Durchschnitts.<br \/>\nFolglich hat die Berechnung des anteiligen Entgelts auf Basis des gesamten All-In-Gehalts zu erfolgen.<\/p>\n<h3><strong>Bedeutung der Entscheidung f\u00fcr die Praxis<\/strong><\/h3>\n<p>Die Entscheidung verdeutlicht, dass eine All-In-Regelung nicht alle Anspr\u00fcche des Arbeitnehmers per se umfasst.<\/p>\n<p>Ergibt die Vertragsauslegung bei einer vor Einf\u00fchrung des \u00a7 2g AVRAG abgeschlossenen All-in-Vereinbarung keinen klar abgrenzbaren Anteil des Entgelts f\u00fcr Mehr- und \u00dcberstunden, so ist das anteilige Entgelt w\u00e4hrend der Elternteilzeit auf Basis des gesamten All-in-Gehalts zu berechnen.<\/p>\n<h3><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n<p>Nicht jede All-In-Vereinbarung f\u00fchrt zu einer pauschalen Abgeltung. Entscheidend ist die konkrete Vertragsgestaltung. F\u00fcr Arbeitgeber bedeutet dies eine erh\u00f6hte Sorgfalt bei der Vertragsgestaltung. Demgegen\u00fcber m\u00fcssen sich Arbeitnehmer im Klaren ob der Folgen einer All-in-Vereinbarung sein. Vertragliche Unsicherheiten k\u00f6nnen erhebliche Folgen ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Bei arbeitsrechtlichen Fragestellungen sollte aus diesem Grunde eine auf <a href=\"https:\/\/www.heninger.law\/anwalt-wien\/arbeitsrecht\/\">Arbeitsrecht<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heninger.law\/prozessfuehrung\/\">Prozessf\u00fchrung<\/a> spezialisierte <a href=\"https:\/\/www.heninger.law\">Rechtsanwaltskanzlei<\/a> zu Rate gezogen werden, um kostspielige Fehler, noch vor Beginn eines Verfahrens, abwenden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bei Fragen zu <a href=\"https:\/\/www.heninger.law\/anwalt-wien\/arbeitsrecht\/\">arbeitsrechtlichen<\/a> Themen, insbesondere bei Fragen zu All-In-Vereinbarungen stehen Ihnen mein <a href=\"https:\/\/www.heninger.law\/blog\/arbeitsrecht-dauernde-dienstverhinderung-vs-wiedereingliederungsteilzeit-grenzen-und-zulaessigkeit-der-beendigung-des-dienstverhaeltnisses\/\">Team<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heninger.law\/team\/stefan-heninger\/\">ich<\/a> sehr gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wir vertreten Ihre Anspr\u00fcche rasch und unkompliziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span class=\"button\"><a href=\"https:\/\/www.heninger.law\/kuendigung-und-entlassung-im-oesterreichischen-arbeitsrecht-rechte-fristen-und-moeglichkeiten-zur-anfechtung\/\">K\u00fcndigung und Entlassung: Rechte, Fristen und M\u00f6glichkeiten zur Anfechtung der K\u00fcndigung bzw Entlassung<\/a><\/span>\n<p style=\"text-align: center;\"><span class=\"button\"><a href=\"https:\/\/www.heninger.law\/kuendigung-entlassung-anfechten-anwalt\/\">Schnelle Hilfe bei K\u00fcndigung \/ Entlassung<\/a><\/span>\n<p style=\"text-align: center;\"><span class=\"button\"><a title=\"K\u00fcndigung &amp; Entlassung anfechten Anwalt Wien\" href=\"https:\/\/www.heninger.law\/anwalt-wien\/arbeitsrecht\/\">Arbeitsrecht<\/a><\/span>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>DER STANDARD und Statista zeichneten die Kanzlei Dr. Heninger als \u201e<a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/3000000295087\/der-standard-und-statista-praesentieren-top-anwaltskanzleien-oesterreichs-2026\">Top Anwaltskanzleien \u00d6sterreichs 2026<\/a>\u201c aus.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Beratung nunmehr auch in Nieder\u00f6sterreich<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span class=\"button\"><a href=\"https:\/\/www.heninger.law\/dr-stefan-heninger-anwalt-traismauer-sprechstelle-niederoesterreich-traismauer\/\">Sprechstelle in 3133 Traismauer, Wiener Stra\u00dfe 7<\/a><\/span>\n<p style=\"text-align: center;\"><span class=\"button\"><a href=\"https:\/\/www.heninger.law\/sprechstelle-moedling-anwalt-niederoesterreich\/\">Sprechstelle in 2340 M\u00f6dling, Bahnhofsplatz 3<\/a><\/span>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sachverhalt Die Kl\u00e4gerin war auf Basis eines Dienstvertrages aus dem Jahr 2011 im Betrieb der beklagten Partei besch\u00e4ftigt. 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